Flic Flac – Der Weihnachtscircus im Revier (Dortmund 2014)

Lassen Sie das (un)weihnachtliche Schmuddelwetter im Revier einfach links liegen und besuchen Sie den bis zum 4. Januar 2015 in Dortmund gastierenden Weihnachtszirkus der Superlative »flic flac«. Ein Name, der für furios, frech, fröhlich und familiär steht und durch die Exklusivität seines originellen Programms Jahr für Jahr immer mehr Fans erobert.

Treten Sie ein in das große, mit tausenden von Lichtern beleuchtete Vorzelt. Verkürzen Sie sich die Wartezeit bis zum Beginn der zweistündigen Show gastronomisch an einer der zahlreichen Sekt-, Wein- und Cocktailbars ‒ mit oder ohne alkoholische Getränke ‒ und lassen Sie sich Würstchen, Brezel und Popcorn schmecken, oder speisen Sie gemütlich im flic flac-Buffet-Restaurant.

Das 1500 Menschen fassende Zelt füllt sich zusehends. Und nicht nur Kinder warten mit wachsender Spannung auf den Einzug der Akteure. Endlich ist es soweit. Pünktlich auf die Minute erscheinen vor vollbesetzten Rängen ‒ zu dem live vorgetragenen, extra für flic flac kreierten, stimmigen RockSong »S’Pott an!« der von Teloy & Stephanie Crutchfield speziell für das Dortmunder Event gegründeten Band »FINTE«, ‒ die für das diesjährige Dortmunder flic flac-Event engagierten, erstklassigen Artisten und Akrobaten in der Manege.

Dann schneit ‒ zwar nicht draußen vom Walde her, sondern frisch vom Arbeitsamt einbestellt ‒ Comedy-Entertainer Markus Krebs herein. Der kultige Ruhrpott-HockerRocker ist schlichtweg »der« perfekte flic flac-Moderator und einfach Klasse darin, auf den Punkt genau gute Laune zu verbreiten.

Erstmals heißt es nun »Manege frei« für den ersten Auftritt: Das Jongleur-Quartett »Blue Dragons«. Als meisterhaft aufeinander angestimmtes Team führen die jungen Taiwanesen präzisionsgenau im Gleichtakt dem staunenden Publikum ihre teuflisch schnelle Diabolo-Show vom Feinsten vor.

Als zweite Attraktion seilt sich ‒ graziös und bunt wie ein Schmetterling ‒ Strapaten-Akrobatin Katja Shustova mit ihren blauen Bändern und musikalischer Live-Begleitung von Sängerin Stephanie Crutchfield höher und höher an die Zirkusdecke und besticht durch anmutige Eleganz und Körperbeherrschung.

Und was man mit Rollschuhen auf kleinster Fläche so alles anstellen kann, zeigt in der dritten Darbietung das italienische Trio »Skating Nistorov«. Egenio, Roby und    Alina Nistorov sind Meister der Beschleunigung und bringen auf 24 Rollen jede Menge frischen Wind auf die Bühne. Immer Tempo, Tempo zeigen die drei Nistorovs was sie drauf haben, drehen schwindelerregende Runden und führen vor, wie man beim atemberaubenden Herumschleudern durch die Luft haarscharf über Kopf an der Podestkante vorbei saust.

Dass aber bei allem akrobatischen Können auch der Spaß nicht zu kurz kommen muss, zeigt unter Startnummer 4 der jetzt in die Manege radelnde witzige Australier JustinCase, der ein wenig an OTTO auf Rädern erinnert. Als geübter Profi macht er auf jedem Rad ‒ egal ob Zweirad, Einrad oder Minirad für Zwerge ‒ eine gute Figur. Blitzschnell zerlegt und repariert der Fahrradartist nicht nur sein eisernes Ross bei voller Fahrt, sondern schafft es auch, seinen freiwilligen Assistenten aus dem Publikum auf’s Kreuz zu legen. Aber keine Panik, Statist Dustin wird nicht gerädert ‒    JustinCase will nur etwas mit ihm spielen.

Ein auf den Punkt getimtes, abgekartetes Spiel miteinander treiben auch die vier drahtigen Jungs der Schleuder-Gang »Balegans« aus Schweden und Belgien auf ihrer Wippe. Geschwindigkeit gepaart mit Kraft ist keine Hexerei ‒ und beim sich gegenseitig schwungvollen Hochschleudern und Überbieten von riskanten Saltis & Schrauben der quirligen Wirbelwinde vergeht die Zeit in Nullkommanix.

Nach dieser fünften Aktion ist erst mal wieder Unikum Markus an der Reihe. Schlag auf Schlag fallen seine Pointen. Schade, dass man sich nicht alle seine Witze merken kann. Aber selbst wenn, wären sicher nur die wenigstens in der Lage, sie so gelungen zu präsentieren und trocken rüber zu bringen, wie er.

Gelungene Körperbeherrschung dagegen führt im Anschluss daran der 6. Künstler ‒ Handstand-Akrobat Anatoly Zalewsky ‒ stilvoll und ausdrucksstark mit geradezu schlangenmenschlicher Geschmeidigkeit vor.

Aber jetzt erst mal 20 Minuten Pause: Schließlich muss in Ruhe das Arbeitsgerät für die Attraktion Nummer 7 (eine schwergewichtige, drehbare Metallkonstruktion) für die hoch über der Manege schwebenden Balancekünstler, das trittsichere Trio »The Astronauts« ‒, unter Sicherheitsvorkehrungen aufgebaut werden. In Einklang und stilechtem Astro-Outfit schweben die drei mit ihren Balancestangen passend zu dem Begleitsong »schwerelos« förmlich über die schmalen Metallstangen und verblüffen die Zuschauer mit glanzvoll in Szene gesetzten akrobatischen Kunststücken auf Stuhl und Fahrrad unter der Zirkuskuppel.

Dafür, dass Zirkus talentierten Nachwuchs hat, bürgt die 8. Spitzenleistung, ein blutjunger Strapaten-Artist, der bereits gekonnt wie ein Alter hoch in der Luft federleicht und lässig seine Kapriolen schlägt und durch Power, Können und sympathische Ausstrahlung das Publikum zu Begeisterungsstürmen veranlasst.

Last but not Least kommt neuntens noch einmal unser radelnder Bestseller und Fachmann für Comedy JustinCase dieses Mal u. a. mit einem noch winzigeren Rad, das von der Größe her eigentlich für dressierte weiße Mäuse konzipiert zu sein scheint ‒ in die Manege und fährt unter anspornendem Applaus der Zuschauer durch einen brennenden Reifen.

Huch, was ist denn jetzt los? Plötzlich wird es dunkel. Schwarzer Rauch steigt auf und hüllt die Manege in dichten Bühnennebel. Bühne frei für Akt 10, den geisterhaften Auftritt der beiden »Laser Fighters«, die sich – via zielgerichtet projiziertem Laserstrahlen – mit virtuellen Wunderwaffen, ohne sich auch nur einmal zu berühren ein sowohl kunstvoll-rasantes, als auch gespenstisches Kampfduell liefern.

Kunstvoll und rasant ist auch die Darbietung Nummer 11, der Auftritt der blonden Russin Julia Rasshivkina mit ihren bunten Hula-Hoop-Reifen, die magisch ihren Körper umkreisen. Sensationell, wie sie jeden Reifen mit ihren Füßen geschickt vom Boden aufnimmt und dann zu den Hüften hochschwingt. Zum Höhepunkt ihrer Show wird sie inmitten eines in Flammen stehenden um sie kreisenden Reifens an einem Seil hoch unter das Dach der Manege gezogen, bevor sie zum Abschluss noch einmal mit über 50 silbrigen, um ihren ganzen Körper tanzenden Reifen, ‒ sozusagen als lebendige Spirale ‒ die Zuschauer fasziniert.

Mehr als beindruckend kann man auch die Leistungen des Kanadiers Dominic Lacasse (Star Nummer 12 der Vorstellung) nennen. An einer geraden, senkrecht aufgestellten Metallstange hängt der Artist ‒ der sich durch zwei Guinnes-Weltrekorde auszeichnet ‒ waagerecht, mit vom Körper abgestreckten Armen wie eine menschliche Fahne am Mast und läuft sozusagen quer in der Luft. Ein wahrhaft spektakulärer Kraftakt, in dieser Körperhaltung der Extreme auch noch kunstvolle Klimmzüge zu präsentieren.

Wer aber glaubt, alle bisherigen artistischen Spitzenleistungen wären ‒ zumindest was Risiko und Action anbelangen ‒ nicht noch zu übertreffen, irrt, …. denn jetzt kündigt Markus das große Finale des Abends an und zieht vereint mit starken Männern den mittlerweile schon legendären »Globe of Speed« in die Manege. Und dann fahren ‒ mit röhrenden Motoren, unter den peitschenden Rhythmen von Rammstein und dem anfeuernden Dauerklatschen der erwartungsvollen Zuschauer ‒ die Gladiatoren auf ihren Feuerstühlen nacheinander in die gut sechs Meter durchmessende Stahlkugel hinein. Erst rasen 3, dann 5 und schließlich ‒ unter donnerndem Applaus eines begeisterten Publikums, das es nicht mehr auf den Plätzen hält ‒ 10 wagemutige Motorradfahrer kreuz und quer in halsbrecherischem Tempo mit bis zu 70 km/h gleichzeitig durch den Eisenkäfig. Eine neue spitzenmäßige Stuntleistung. Der Startplatz 13 hat Glück gebracht ‒ ein neuer Rekord ist geschafft!

Zum Ende der großartigen Show wird es noch einmal weihnachtlich besinnlich: Sängerin Stephanie Crutchfield erscheint als dekorativer Engel und präsentiert klangvoll ihr »Ave Maria« zusammen mit dem Publikum und allen Artisten, die mit Lichterkerzen noch einmal in die Manege kommen. Das letzte Wort hat natürlich Markus Krebs, der als taffer Weihnachtsmann den Abschied der actionreichen, schwungvollen, überaus gelungenen flic flac-ZirkusShow einläutet.

Ein dreifaches »Das war Spitze« an alle mitwirkenden Akteure, aber auch an Regie, Choreografie, Management und alle fleißigen Helfer/innen hinter den Kulissen, die als professionelles flic flac-Team zu einer großartigen Gesamtleistung beigetragen haben. Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!

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